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Antenne Witten

Antenne Witten ist ein 1996 ins Leben gerufenes, nicht-kommerzielles Radioprojekt, das im Rahmen des Bürgerfunkes auf Radio Ennepe-Ruhr Sendungen produziert. Vorwiegend werden Themen aus der lokalen Kultur behandelt, aber auch lokalpolitische Themen finden ihren Platz, ausgewählte Beiträge werden im Antenne-Podcast veröffentlicht. Nach einem unregelmäigen Ausstrahlungsmodus fand im Jahr 2000 eine Neugestaltung des Konzeptes statt, seither entstehen pro Jahr etwa 40 bis 50 Sendungen, die sich inhaltlich mit den bereits genannten Themenkomplexen auseinandersetzen.
 
Der Bürgerfunk wurde ursprünglich gegründet, um den Bürgern des Landes Nordrhein-Westfalen Medienpartizipation zu ermöglichen. Mit dem Start der lokalen Privatradios Anfang der neunziger Jahre in NRW, wurden die privaten Radiosender dazu verpflichtet, einen Teil ihrer täglichen Sendezeit unabhängigen Produktionsgruppen zur Verfügung zu stellen. Dass die privaten Sender dies nicht unbedingt mit Freuden taten, nun, es ist ja verständlich: Stellen Sie sich vor, Sie kaufen sich ein Auto und werden nun vom Staat gezwungen, auf jeder Fahrt mindestens einen Sitz unentgeltlich einem Beifahrer freizuhalten, den Sie sich nicht einmal selbst aussuchen dürfen. Jedoch hat das Land NRW keine andere Möglichkeit der Bürgerpartizipation an den Rundfunkmedien geschaffen, da aufgrund eines besonderen Mediengesetzes regionalen Verlegern eine Art Monopolstellung im lokalen Radiobereich zugesichert wird. Wie und warum, das zu erklären würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Um ein Meinungsmonopol zu verhindern, wurde als unabhängiges Gegengewicht besagter Bürgerfunk kreiert.
 
Bekanntlich macht der Ton die Musik. Wie alle Wittener Bürgerfunkgruppen legt auch Antenne Witten  einen großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Lokalsender. Wir haben unsere Musikfarbe und die Form der Beitrags-Präsentation dem Umfeld, in dem wir senden, angepasst. Dabei haben wir uns inhaltlich nicht verleugnet oder verbeugt. Antenne Witten ist redaktionell unabhängig, ohne Wenn und Aber. Redaktionelle Unabhängigkeit aber schließt eine dem Sendeumfeld angepasste Präsentationsform nicht aus.
 
Das ursprüngliche Landesmediengesetz wurde von einer roten Regierung beschlossen, seit 2005 aber regiert in NRW ein schwarz-gelbes Bündnis. Und diese Landesregierung hat mit der Änderung des Landesmediengesetzes dem Bürgerfunk in seiner bisherigen Form den Stecker gezogen. Nicht nur die Förderung, die im Fall der Wittener Bürgerfunker ausschließlich in den Unterhalt ihres Studios gesteckt wurde, erlebte ihre Streichung; seit Juli 2008 darf nur noch Bürgerfunk produzieren, wer über einen so genannten Medienführerschein verfügt. Das gilt auch für Journalisten, Publizisten und andere Berufsgruppen, die qua ihrer beruflichen Tätigkeit über die entsprechenden Qualifikationen verfügen.
 
Oh, ganz gestrichen wird die Förderung nicht. Gelder gibt es in Zukunft jedoch nur noch für die Durchführung von Jugendprojekten. Immerhin, könnte man meinen. Geld verdienen Bürgerfunker eh keines, und die Vermittlung von Medienwissen gehört seit jeher zu den Aufgaben des Bürgerfunkes. Aber ganz so einfach ist die Geschichte nicht. Zunächst einmal dürfen nur so genannte Radiowerkstätten Jugendprojekte durchführen, in der mindestens drei Mitarbeiter über Medienführerscheine verfügen. Solche Medienführerscheine kosten Geld. Und zwar nicht nur 5,50 Euro. Für eine ehrenamtlich geführte Radiowerkstatt wie die, in der Antenne Witten produziert, ist dies kaum zu finanzieren. Darüber hinaus gestaltet sich auch die Projektplanung problematisch: Man darf mit Jugendlichen ein Projekt durchführen, die Radiomacher dürfen dann mit diesen Jugendlichen auch Sendungen produzieren, aber wenn das besagte Projekt  nach den vorgeschriebenen 11 Stunden beendet ist, heißt es: Adios Kinder! Statt eine langfristige Jugendarbeit mit interessierten und motivierten Jugendlichen zu initiieren, werden die Bürgerfunker qua der Beschlusslage zum Bürgerfunk gezwungen, von Einzelprojekt zu Einzelprojekt zu planen, ohne eine langfristige Medienpartizipation der Jugendlichen zu erreichen - selbst wenn diese an Nachfolgeprojekten interessiert sind. Ein Blick auf die Bürgerfunkszene in Nordrhein-Westfalen offenbart seit Ende 2007 Auflösungserscheinungen. Selbst starke Radiovereine - wie es sie zum Beispiel in Recklinghausen gab - haben ihre Auflösung bereits vollzogen oder für 2008 angekündigt. Der Aufwand, der beispielsweise betrieben werden muss, um einen Förderantrag zu stellen, geht über das hinaus, was ein ehrenamtlich geführtes Projekt zu leisten in der Lage ist (neben der reinen Projektarbeit gehören dazu die Formulierung der Projektanträge, Abschlussberichte, Qualifizierungsmaßnahmen). 
 
Aber wissen Sie was? Obwohl dies für ein kleines Studio kaum durchführbar ist, haben wir uns zertifizieren lassen. Wir haben uns fortgebildet und wir machen weiter. Ungefördert erst einmal. Wir machen Bürgerfunk, weil wir es für eine gute Einrichtung halten, unabhängig und nicht-kommerziell. 
Antenne Witten produziert im Ruhrstadtstudio Witten, einer anerkannten Radiowerkstatt. Einen aktuellen Bericht über das Ruhrstadtstudio (Juni 2009) finden Sie hier

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Ruhrstadtstudio Witten
Radio Ennepe-Ruhr

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