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Antenne Witten


Weihnachten an Ennepe, Ruhr und Volme (2015)

Foto: Mit freundlicher Genehmigung Sutton Verlag

Es mag Menschen geben, die bereits im Oktober ihre Weihnachtseinkäufe erledigen und dann die Weihnachtszeit tatsächlich ohne Stress und Hektik erleben. Jeder von uns hat Geschichten über solche Menschen schon einmal gehört. Allerdings, Hand auf Herz: Kennen Sie jemanden, auf den diese Beschreibung in der Realität  zutrifft? Wie oft haben Sie sich schon vorgenommen, das kommende Weihnachtsfest in aller Ruhe vorzubereiten, um dann doch wieder in der Woche vor Heiligabend, vielleicht sogar am Heiligen Tage selbst, im engsten Weihnachtstrubel nach einem Geschenk anzustehen, das Sie doch eigentlich schon vor Wochen besorgen wollten?

Aber seien wir doch einmal ehrlich: So ein bisschen Stress gehört doch auch irgendwie zur Weihnachtszeit. Man stelle sich vor, das Christkind klopft am 24. Dezember an Ihre Tür und fragt Sie, was Sie denn in den letzten Tagen so erlebt haben – und Ihnen fällt darauf nichts ein, weil die Weihnachtszeit für Sie schon zur besinnlichen Routine geworden ist. Na, dann doch lieber hinein in den Trubel. Trubel bedeutet ja nicht, sich dem totalen Konsum hingeben zu müssen. Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt etwa ist genau das Richtige, um Stress abzubauen.

Dieses Buch bietet eine Übersicht über die Weihnachtsmärkte in den Städten des Ennepe-Ruhr-Kreises und von Hagen. Zehn Städte, von denen einige regelrechte Weihnachtshochburgen sind – Hattingen sei hier genannt. Und einige leider auch ziemliche Weihnachtswüsten (Gevelsberg, du bist gemeint!). Aber es wäre ja langweilig, einfach nur brav die Weihnachtsmärkte der Region abzuarbeiten. Daher bietet dieses Buch mehr. Viel mehr.

Eine Übersicht über allgemeine Bräuche zum Fest zum Beispiel, Backrezepte, Lieder, aber auch Geschichten aus der Region, wie die eines Weihnachtsfestes im Jahre 1919 im heutigen Sprockhövel, das für die betroffene Familie unvergesslich wurde. Oder kennen Sie das Barbarafest? Nie gehört? Dann geht es Ihnen wie den meisten Menschen heute im Ruhrgebiet. Dabei gehörte dieses Fest einst zu den Eckpfeilern der Weihnachtszeit, damals, als Kohle und Stahl noch das Aussehen des Ruhrgebiets bestimmten. Und jedes Kind kannte einst die Geschichte vom Barbarazweig. Diese Geschichte wird in diesem Buch (neu interpretiert) ausführlich nacherzählt und wieder zum Leben erweckt.
Als mir das Projekt vom Verlag vorgeschlagen wurde, schickte mir mein Lektor einige Vorgaben, die ich bitte beachten sollte. Ich wurde gebeten, nicht nur die reine Weihnachtszeit bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag inklusive in meinem Buch zu berücksichtigen, bis zum 6. Januar sollte mein Blick reichen: Inklusive der Rauhnächte...

Rauhnächte?

Es ist doch immer wieder interessant, wie sich Begrifflichkeiten, Bräuche, Traditionen in Deutschland von Region zu Region unterscheiden. Rauhnächte kennt man an Ennepe, Ruhr und Volme nicht. Hier spricht man von der Zeit – „Zwischen den Jahren“. Und mögen die Innenstädte der zehn im Buch besuchten Kommunen heute auch während der Weihnachtszeit von rot gewandeten Herren mit langen weißen Bärten bevölkert werden, die mit einem lauten Hohoho Süßigkeiten und andere Kleinigkeiten unters Volk bringen: Die Geschenke am Heiligen Abend bringt das Christkind. Punkt!
Das letzte Kapitel des Buches gehört schließlich den Heiligen Drei Königen und der Stadt Breckerfeld. Die mag zwar die kleinste Stadt im Kreis sein, aber sollten sich die drei Könige aus dem Morgenland heute noch einmal auf dem Weg machen, um Geschenke zu verteilen: Wetten, dass sie einen Umweg über Breckerfeld nehmen würden?

Weihnachten an Ennepe, Ruhr und Volme
Sutton Verlag, Erfurt 2015
ISBN
978-3-95400-639-7
19,99 €

Die besten Buchhandlungen sind natürlich die vor Ihrer Haustür. 
Wenn es aber unbedingt eine Onlinebestellung sein muss, empfiehlt sich 
statt der üblichen Verdächtigen vielleicht mal dieser Händler hier. 

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STAPELTITEL

Eine schöne Überraschung: Das Weihnachtsbuch als Stapeltitel in der Bahnhofsbuchhandlung Relay im Hagener Hauptbahnhof am 14. Dezember 2015. Gleich neben "Weihnachten im Sauerland", "Sagenhaftes Sauerland" und einem Buch - über die Bergisch-Merkische Eisenbahn. Eisenbahngeschichte sollte in einem Hauptbahnhof allerdings nicht wirklich überraschen.


Stapeltitel in der Bahnhofsbuchhandlung Relay in Hagen.


KORREKTUREN

In weihnachtlicher Vorfreude verhaftet, ist mir zumindest ein Fehler bei der Korrektur der Texte durchgegangen. Ich könnte nun natürlich behaupten, dies sei geschehen, als ich das weihnachtliche Warmbierrezept ausprobiert habe, welches ich in diesem Buch vorstelle. Ja, ein weihnachtliches Warmbierrezept. Ja: Warmbier. Das Rezept gibt es wirklich und es stammt aus Wengern!

Also, wie gesagt, ich könnte dies behaupten. Es wäre allerdings die Unwahrheit. Wahr ist: Ich habe nicht aufgepasst und mein Lektor hat es auch überlesen. Worum es geht? Nun, in Bezug auf den Weihnachtsmarkt der Stadt Hattingen spielt Frau Holle eine wichtige Rolle. Frau Holle ist keine Märchengestalt, die sich die Gebrüder Grimm ausgedacht haben. Die Märchengestalt der Frau Holle basiert vielmehr auf diversen Sagen, deren Entstehungsgeschichten teils Jahrhunderte zurückreichen – bis in jene Zeiten, in denen man in Teilen Mitteleuropas noch germanische Götter anbetete. Und so besagt eine Theorie, die Sagenfigur Frau Holle gehe auf die nordische Göttin Frigg zurück. Das habe ich im Buch auch genau so beschrieben. Nur habe ich dann die Göttin dann mit dem falschen Obergott verheiratet. Der Fehler ist mir so peinlich, dass ich ihn hier nicht wiederhole, sondern nur korrigiere. Frigg war die Gemahlin des Odin. Wenn Sie etwas anderes in diesem Buch lesen, quittieren Sie es mit einem Schmunzeln: Jener Obergott nämlich, mit dem ich sie verheiratet habe, war nicht gerade für seine Treue bekannt. Wer weiß, vielleicht...

Da ich keine Doktorarbeiten schreibe und auch kein Minister- oder Abgeordnetenmandat ausübe, kann ich es mir erlauben, auf Fehler in meinen Werken selbst hinzuweisen, um dann zumindest an dieser Stelle eine Korrektur vorzunehmen. Wenn Sie bei der Lektüre über einen Fehler stolpern sollten (oder meinen, ein Text bedürfe unbedingt einer Ergänzung...), schicken Sie mir einfach eine Mail. Etwaige Korrekturen oder Ergänzungen werden dann an dieser Stelle aufgeführt. 

Gefreut hat mich übrigens die Tatsache, dass das Buch von der Bücherei Witten als Lesetipp vorgestellt worden ist.

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