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DONALD SNAKT PLATT (März
2002)
Da haben sich die Lektoren des Ehapa Verlages gedacht, was Asterix
lieb ist, kann den Ducks nur teuer sein: Comics in Mundart. Nachdem „Asterix“
schon seit Jahren auf Pfälzisch, Wienerisch, Ruhrpottdeutsch und anderen
Dialekten seine Abenteuer besteht, gilt Gleiches nun auch für die Entenhausener
Duck-Sippe. Nach zwei Ausflügen ins Schwäbische und Hessische steht
nun der Norden Deutschlands auf der Liste: „Mit Käpten Donald op hoge
See“ heißt der Band.
Datt de Ducks op platt
snaken, is snaaksch. Oder: Dass die Ducks Platt sprechen, ist merkwürdig. Auf den ersten Blick.
Doch zumindest zwei der drei Geschichten sind es wirklich wert, auf Platt
gelesen zu werden. Es beginnt mit „Dat Alstervergnögen“, einer Zweiseitenstory
der deutschen Autoren Hartmut Cyriacks, Reinhald Goltz und Peter Nissen, in
der Donald und Dagobert in die Hansestadt reisen. „De Hamburger Haven fiert
Geburtsdag. Un de Stadt is vull vun Lüüd ut de ganze Welt.“ Während
Dagobert wieder einmal nach einem Weg sucht, sein Vermögen weiter zu
vermehren, sorgt Donald mit einem kleinen Unfall dafür, dass Hamburg
nie wieder so sein wird, wie es einst gewesen ist!
Gelungen ist auch die Auswahl der Geschichte „Der
Goldene Helm“, einem der ganz großen Klassiker des Disney’schen Comicstrips
aus dem Jahre 1952 von Carl Barks. Aus ihr wird „Donald Duck un de gollen
Helm“.
Die Geschichte eines goldenen Helmes, dessen Besitzer
Kaiser von Amerika werden kann, spielt fast ausschließlich im Nordatlantik.
Und die Tatsache, dass Donald und seine Neffen Platt snaken, wirkt durchaus
logisch. Etwas weniger gelungen ist die zweite Übersetzung: „Regatta
na de Südsee“. Zwar spielt auch diese Geschichte auf hoher See und erfüllt
damit einige Klischees von Hohen Norden, doch Plattdeutsch sprechende Südseebewohner
wirken möglicherweise surreal, wirklich springen will der Funken beim
Lesen dieser ins Plattdeutsche übersetzten Geschichte jedoch nicht.
Wer kein Platt spricht, für den bietet übrigens
ein Glossar Abhilfe, in dem die wichtigsten Wörter ins so genannte „Hochdeutsch“
übersetzt werden!
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EIN HOCH AUF DEN VERLIERER (2007)
Im Micky-Maus-Universum ist er der ewige Verlierer: Kater
Karlo. Nach geschätzten 100.000 Niederlagen gegen die Maus hat der böse Kater
nun allerdings sein eigenes Denkmal gesetzt bekommen: „Heimliche Helden: Kater
Karlo“, so lautet der Titel des Buches, das ausschließlich Bildgeschichten
beinhaltet, in deren Mittelpunkt der fette Kater steht, der bereits 1924 das
Licht der Welt erblickte – und damit von sich behaupten darf, die älteste
aktive Figur des Disney-Universums zu sein. Wer hätte das gedacht? Die Auswahl
der Geschichten beinhaltet einen Auftritt Karlos in der Welt von Donald Duck
sowie eine klassische italienische Story, die allerdings nicht zu den Highlights
des Buches gehört.
Das ist vielmehr „Der Schatten des Drachen“, eine in
Deutschland bislang unveröffentlichte Samuraigeschichte, ja eigentlich schon
ein Roman, der den tumben Kater von einer ungewöhnlich heldenhaften Seite
zeigt. Mit einem Preis von 15 Euro ist das Buch allerdings eher was für Fans
als für den Zwischendurchleser.
Heimliche Helden (Bd. 6): Kater Karlo. Egmont Ehapa, Köln
2007. 15 Euro. 142 Seiten
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EINE EHRUNG DES EUROPÄISCHEN BARKS (2007)
Für echte
Donaldisten gibt es nur einen Enten-Schöpfer: Carl Barks. Der Italiener
Romano Scarpa mag nicht Barks Reputationen besitzen - er selbst bezeichnete
Barks als Übervater - doch in Europa dürften die Geschichten des Italieners
aufgrund vielfältiger Veröffentlichungen (wie in den "Lustigen Taschenbüchern")
mindestens ebenso weit Verbreitung gefunden haben wie die Barks-Geschichten. Der
Italiener arbeitete ab 1953 für das Magazin "Topolino", der
italienischen Variante der "Micky Maus", 457 Geschichten hat er bis zu
seinem Tod 2005 geschrieben. In der Reihe "Hall of Fame" widmet ihm
der deutsche Donald-Duck-Verlag Egmont Ehapa aktuell bereits einen zweiten Band.
Im Gegensatz zu den meisten Zeichnern, die entweder Donald-Duck- oder
Micky-Maus-Geschichten schreiben, war der Maus-Fan Scarpa in beiden Welten
daheim, wovon die Actionstory „Das doppelte Geheimnis des Schwarzen Fantoms“
zeugt, dem ersten Micky-Maus-Strip eines europäischen Zeichners, der in den USA
veröffentlicht wurde.
Leider gibt es in dem gesamten
Band nur eine Geschichte in deutscher Erstveröffentlichung, was bei dem stolzen
Kaufpreis etwas enttäuscht.
"Disneys
Hall of Fame, Band 11: Romano Scarpa
2". Egmont Ehapa, Köln 2007. 17,00 Euro
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ZUM GEBURTSTAG ALLES GUTE (2009)
Er hat sich gut gehalten: Donald Duck. Für einen 75-jährigen
Erpel sieht der Entenhausener Neurotiker noch immer recht frisch aus. Er hat Veränderungen
durchgemacht, keine Frage, aber die Tusche seiner Zeichner hat ihn seit damals,
als er erstmals das Licht der Leinwand betrat, jung gehalten. Dort fing am 9.
Juli 1934 alles an. In dem Trickfilm „The Wise Little Hen“ trat er erstmals
auf. In einer Nebenrolle. Der Rest ist, wie es so schön heißt, Geschichte.
„75 Jahre Donald Duck Superstar“ ist eine literarische Werkschau, die 75
Jahre Donald Duck anhand von exemplarisch ausgewählten Geschichten Revue
passieren lässt. Da gibt es Kurzgeschichten von Al Taliaferro, dem Zeichner,
der Donald Duck zu einer populären Comicstripfigur machte; nicht vergessen wird
Carl Barks, der Übervater Entenhausens schlechthin. Aber auch Geschichten der
vielen italienischen Künstler, die sich im Laufe der Jahrzehnte an Donald Ducks
Werden und Wachsen beteiligten, finden Berücksichtigung. Fazit: Ein gelungener
Geburtstagsband.
„75 Jahre Donald Duck Superstar – mit Geschichten von
Carls Barks, Don Rosa, Dan Jippes et al“. Ehapa Verlag, Köln 2009. 16,95 Euro
(111 Seiten)
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ANMERKUNGEN BEZÜGLICH THIOS
SKRONTZ
Selbstverständlich können Sie den Erlkönig
auswendig. Sie sind schließlich ein Bildungsbürger und es gibt sicherlich
Zirkel, in denen Sie für dieses Wissen Applaus ernten werden. In der Regel dürfte
ein Dialog zum Thema Erlkönig jedoch heute wie folgt ausfallen: „Was sagt Ihnen heute noch der Erlkönig?“ Antwort:
„Ach, geh mir weg, wie der beim Bohlen gesungen hat – gut dass der rausgewählt
worden ist.“ Nein, um noch Achtung zu erhaschen bedarf es abseitiger
Themen. So sollte eine Konversation eher wie folgt beginnen: „Wie Sie sicher
wissen, heißt Dagobert Duck in den USA Scrooge McDuck, aber ist es nicht
interessant, dass die Italiener ihn Zio Paperone nennen?“ Die Aufmerksamkeit
der Umstehenden wird Ihnen nun sicher sein. Onkel Dagobert, den kennt jeder.
Aber Vorsicht: Es kann nämlich passieren, dass irgend eine Spaßbremse Ihnen
die Show stehlen möchte, indem sie einwirft: „Das mag sein, aber wussten Sie,
dass die Dänen den alten Geizkragen Onkel Joakim nennen?“ In diesem Fall müssen
Sie blitzschnell kontern und antworten: „Gewiss, so wie die Griechen Thios
Skrontz, die Franzosen Piscou, die Portugiesen Tio Pathinas und im arabischen
Raum heißt er Amm Da Hab.“ Die Bewunderung der Zuhörer wird Ihnen gewiss
sein!
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