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Antenne Witten

Star Trek - Into Darkness 

OT: dito. USA 2013. Regie: J.J. Abrams. Mit Chris Pine, Benedict Cumberbatch, Zachary Quinto, Peter Weller, Zoë Saldaña, Karl Urban, Simon Pegg. Die folgende Kritik entstand zum Bundesstart am 9. Mai 2013 (den gleichen Text, aber bebildert, gibt es hier).

Text:

Er wird nicht allen Fans der Serien gefallen. Schon der erste „neue“ Star-Trek-Spielfilm versuchte sich nicht gerade darin, das Stammpublikum mit dem Neustart der Spielfilmreihe schmeichelnd zu umgarnen. Durch einen kleinen Drehbuchtrick wurden einfach 40 Jahre TV- und Kinogeschichte zu einer möglichen Zeitlinie innerhalb des Star-Trek-Universum degradiert. Der Neustart kümmerte sich nicht allzu viel um die hehren Ideale der Star-Trek-Welt, statt dessen gab es große Action.

Mit „Star Trek – Into Darkness“ verfolgt J.J. Abrams den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Wer ihm nun jedoch den Vorwurf macht, er entferne sich von den Idealen der Serien und ihrem oftmals sehr idealistischem Gesellschaftsbild, das davon berichtet, dass auch nach den schlimmsten Katastrophen die Vernunft zu obsiegen vermag, übersieht in all der Action, die Abrams präsentiert, dass eben auch in einem großen Actiongetöse mehr stecken kann als einfach nur ein Effektgewitter (in 3D natürlich). Tatsächlich präsentiert Abrams auf den ersten Blick bestens Blockbusterkino. Es kracht und knirscht effektvoll und Abrams, der inzwischen zu den fünf mächtigsten Regisseuren der Traumfabrik gehört, lässt keinen Effekt aus, um den Zuschauer auf eine Achterbahnfahrt mitzunehmen. Mit den alten „Star Trek“-Filmen hat dieses Effektgewitter wirklich nicht mehr viel zu tun. Doch wer unter die Oberfläche schaut und sich auf die Geschichte einlässt – bekommt eine überraschend komplexe Story geboten, die sich in ihrer Komplexität erst zum Ende hin wirklich fassen lässt.

Und so beginnt die Geschichte mit einem Einstieg, wie ihn „Star Trek“ noch nie erlebt hat: Für das Überleben seiner todkranken Tochter legt ein Archivar eine Bombe in einem Archiv in London. John Harrison heißt der Mann, der den Archivar zu dieser Tat verführt. Er legt die Bombe, im Gegenzug verabreicht Harrison seiner Tochter ein Mittel, das sie heilt. Harrison ist ein Terrorist. Einer, der der Sternenflotte den Krieg erklärt hat. Nur ein Mann stellt die Frage, die offenbar in der Sternenflotte niemand sonst stellt: Captain Kirk. Warum, zur Hölle, jagt ein Terrorist ein Archiv in die Luft, dessen Unterlagen digitalisiert allen Menschen zur Verfügung stehen? Das ergibt doch keinen Sinn! Die Antwort bekommt er krachend um die Ohren gehauen und nur weil von Anfang an klar ist, wer der Terrorist ist, heißt das nicht, dass er der einzige Schurke wäre.

Mehr zu verraten, wäre Fans gegenüber gemein, denn Abrams spielt mit bekannten Figuren und Versatzstücken aus inzwischen 45 Jahren Star Trek, er erfüllt Erwartungen – oder bricht sie und ersinnt eine weitaus komplexere Geschichte über Schuld, Verschwörungen und falsche Versprechen als sich auf den ersten Blick erschließt. Chris Pine ist mit dem zweiten Teil in der Rolle des Captain Kirk angekommen, Zachary Quinto war schon im ersten Teil die perfekte Besetzung für Mr. Spock – und mit Benedict Cumberbatch („Sherlock“) präsentiert „Into Darkness“ einen Widersacher, der fasziniert und gleichermaßen abstößt. Eine tolle Besetzung in einem richtig großen Actionfilm.

Kurz-URL zum Verlinken: http://l.hh.de/e2mUjd

Wer übrigens über den Film diskutieren möchte, brauch nur hier klicken.

laut.fm/antennewitten

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