Manchmal braucht ein gutes Ding Weile statt Eile. Der Journalist Alf Rolla fragte
mich 2009, ob ich ihm ein paar Infos über die Geschichte des
Wittener Kinos geben könnte. Ein paar Namen vielleicht, Adressen.
Das
konnte ich. Schließlich habe ich als Kind nahezu jeden Sonntag im
City-Kino verbracht. Zum Sonntag gehörte für mich die
Sonntagsmatinee. Filmbeginn: 11 Uhr. Ohne die Sonntagsmatinee im
City-Kino zu Witten hätte ich wohl nie jene Liebe zum Kino
entwickelt, der ich schließlich auch meine Berufswahl verdanke.
Alf Rolla und sein Kollege Friedhelm Wessel haben aus den
zusammengetragenen Informationen, die ihnen Cineasten, Kinobetreiber,
Filmverrückte aus der Region geliefert haben, schließlich
ein Buch mit Kinogeschichte(n) aus dem Ruhrgebiet zusammengestellt, das
den ruhrpotttypischen Titel "Hasse schon geseh'n" trägt. Das ist
im Oktober 2011 erschienen und enthält neben kurzen Essays von besagten
Filmverrückten aus der Region einen Abriss der Kinogeschichte
(Schwerpunkt: Zwischen 1950 und 1960). Im Ruhrgebiet mögen keine
großen Filme entstanden sein, sehr wohl aber gab es
Lichtspielhäuser über Lichtspielhäuser. 500 zählte
man 1950, heute sind es gerade einmal noch knapp 50, was wiederum
bedeutet, dass es heute Ruhrpott-Städte ohne einen einzigen
Kinosaal gibt. 1950 ein undenkbarer Zustand.
Einen vollständigen Überblick bietet das Buch nicht. Es
erzählt Geschichten. Aus Essen oder Bochum, aber auch aus
Gelsenkirchen, Haltern, Witten, Herne.
Städten, die ansonsten in
der Geschichte des Lichtspiels nur recht selten eine Erwähnung
finden. Beisteuern durfte ich ein kurzes Essay über, ganz genau,
die Sonntags-Matineen im City-Kino zu Witten, dem heutigen Burg 1.
Alf Rolla / Friedhelm Wessel
"Hasse schon geseh'n?"
Wartberg Verlag, Gudenberg-Gleichen 2011
ISBN: 978-8313-2134-6
11,00 Euro
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Kaum jemand erinnert sich: In der Bellerslohstraße in Witten,
gleich neben dem wirklich sehr schönen "Finnegan's Pub",
befindet sich ein ein Stück Kinogeschichte - das Bali
("Ba" - Bahnhofs / "Li"- Lichtspielhaus). Das Foto stammt aus
dem Jahre 2009. Inzwischen wurden einige Restaurierungsarbeiten
am Haus vorgenommen. Dass sich hinter der Fassade einst ein
Kinosaal befand, ist fast vergessen.
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