Christian Lukas - Bücherwelten

Bibliografie Film/Fernsehen

Bibliografie Heftromane

Bibliografie (Div.)

Neuigkeiten

Referenzen

Pressearchiv

Journal

Links & Rechts

English Language

Русский язык

Украинский язык

Impressum

Antenne Witten

REZENSION
zu "Die Scream-Trilogie und die
Geschichte des Teen-Horrorfilms"

Foto: Grafik: Lukas

Seit ein paar Tagen ist in den Buchhandlungen ein neues Werk zum Thema „Horrorfilm“ zu finden. In diesem Fall geht es speziell um die Gruppe der Teenager im Horrorfilm.
In „Die Scream-Trilogie ...und die Geschichte des Teen-Horrorfilms“ versuchen die beiden Autoren Christian Lukas und Sascha Westphal den Spagat, zwei unterschiedliche Teile zu einem ganzen zu verbinden. Zum einen beschreiben und erläutern sie das Phänomen des Kultfilms „Scream“ und seiner beiden Sequels, zum anderen schildern sie den Werdegang des Teen-Horrorfilms generell.
Genau dieser Versuch einer Verbindung ist denn auch das große Manko des Buches. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen! Wenigstens eine deutlichere Trennung beider Buchteile wäre wünschenswert gewesen. So aber folgt auf ein Kapitel Filmgeschichte willkürlich eines über die Scream-Filme. Ein kontinuierliches Lesen ist somit so gut wie unmöglich. - Und das ist schade! Denn im Gegensatz zu anderen Sachbuchautoren sind Christian Lukas und Sascha Westphal wirklich in der Lage unterhaltsam und gleichzeitig informativ zu schreiben. Ebenfalls unverkennbar ist die Tatsache, daß die beiden echte Kenner des Fachs sind: Fans des Horrorgenres eben!

Akribisch genau haben die Autoren die Geschichte des Teen-Horrorfilms recherchiert. So verwundert es letztlich denn auch nicht, daß dies der weitaus bessere Teil ihres Buches geworden ist. Zwar wiederholen sich einige der besprochenen Filminhalte, aber jedesmal erfolgt die Beschreibung aus einem anderen Kontext heraus.
Selbst für den Laien gut verständlich, erklären die Autoren, die von Haus aus ihr Geld als Filmjournalisten verdienen, die verschiedenen psychologischen Wirkungsweisen der Horrorfilme. Jedem Leser dürfte es somit nach der Lektüre dieses Werks nicht mehr schwerfallen, die spezifischen Merkmale einzelner Horrorfilme zu erkennen bzw. die Tricks und Finten der jeweiligen Filmemacher zu durchschauen.
Das sie mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors an ihr Werk gegangen sind beweisen Lukas und Westphal mit ihren gelegentlich recht mutigen Interpretationen. So dürfte beispielsweise ihr Schluß, daß es sich bei dem literarischen Peter Pan von James M. Barries in Wahrheit um den Prototyp eines Vampirs handelt, für reichlich Diskussionsstoff sorgen.
Die Kapitel des Buchs, die sich speziell mit der Scream-Trilogie beschäftigen, wirken insgesamt wie ein unerwünschter Nachschlag beim Essen. Stilistisch nerven die, sich ständig wiederholenden, Redewendungen „Fortsetzung folgt...“ und „doch dazu später mehr...“ gewaltig und verleiten eher zum Zuklappen des Buches als zum Weiterlesen.
Während die ausführlichen Lebensläufe von Regisseur Wes Craven und Drehbuchautor Kevin Williamson inhaltlich noch Sinn machen, stellt sich spätestens bei den Biografien sämtlicher Darsteller die Frage, ob sie für das Verständnis der Scream-Filme wirklich so wichtig sind. Zumal den Autoren hier stellenweise der Fehler unterläuft, die Objektivität zugunsten der Polemik aufzugeben. So wird man unter anderem den Eindruck nicht los, die Autoren hätten selbst gerne an der Vergabe der weiblichen Hauptrollen mitgewirkt...
Bei den Filmografien der Schauspieler ärgern außerdem unnötige Lücken die Lesefreude. Zwar sind die Scream-Kapitel vielleicht für den Filmfan von Interesse, aber generell wirken sie halbfertig und dem Buch (evtl. aus Marketinggründen) „von oben“ aufgepfropft.
Unter dem Strich ist „Die Scream-Trilogie... und die Geschichte des Teen-Horrorfilms“ jedoch, bezüglich der Historie des Horrorfilmgenres, ein gelungenes Werk. Und für die Fans der Kult-Filme sicherlich ein Buch, das mit einigen Zusatzinformationen aufwarten kann. 

**********************************************************

Ich danke dem Autor Lars Pilger für die Erlaubnis, seinen Text in voller Länge auf meiner Website veröffentlichen zu dürfen.

[Christian Lukas - Bücherwelten] [Impressum]